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Berg- und Skiführer/in

I.d.R. 3 Jahre (Teilzeit) Bildungseinrichtung und Bergschule (im Praktikum)

Was macht man in diesem Beruf?

Berg- und Skiführer/innen führen Gäste auf Berg-, Ski- oder Kletterrouten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade oder organisieren und leiten Trekking- und Expeditionsreisen. Auch Trendsportarten wie etwa Canyoning oder Tiefschneefahrten (Freeriding) bieten sie an. Bei der Tourenplanung beachten sie u.a. die Witterungsbedingen, die Lawinenlage sowie die Erfahrung und Leistungsfähigkeit der Tourteilnehmer/innen. Sie kennen die jeweiligen Verhältnisse vor Ort gut, können Gefahren einschätzen und wägen zwischen Risiko und Erlebnis ab, wobei sie im Zweifelsfall stets zugunsten der Sicherheit entscheiden. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Berg- und Skiführer/innen finden Beschäftigung bei Reiseveranstaltern für Trekking-, Bergtouren oder Expeditionsreisen in alpinen Sporthotels und anderen Beherbergungsbetrieben Arbeitsorte: Berg- und Skiführer/innen arbeiten in erster Linie im Freien im alpinen Gelände Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch in Kletterhallen und Unterrichtsräumen in Büroräumen Welche Vorbildung wird erwartet? Vorausgesetzt wird der Nachweis einer mindestens dreijährigen alpinen Betätigung. Darüber hinaus werden z.B. ein Mindestalter, ein Führungszeugnis, der Nachweis einer Ausbildung in Erster Hilfe und ein ärztliches Attest gefordert. Worauf kommt es an? Anforderungen: Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt (z.B. beim Überprüfen der Ausrüstung auf Funktionstüchtigkeit) Entscheidungsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit (z.B. in Gefahrensituationen, bei Unfä

Die Ausbildung im Überblick

Berg- und Skiführer/in ist eine landesrechtlich geregelte Ausbildung, die vom Verband Deutscher Berg- und Skiführer (VDBS) in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus organisiert wird. Sie dauert in Teilzeit i.d.R. 3 Jahre.

Ausbildungsinhalte

Während der Ausbildung erwirbt man beispielsweise folgende Kenntnisse:
  • Führungs- und Sicherungstechniken in Fels, Eis und Schnee

  • Methodik und Didaktik für Ausbildungskurse z.B. im Sport-, Fels-, Eisfallklettern, Hoch-, Skitourengehen, Lawinenbeurteilung, Spaltenbergung

  • Lawinenbeurteilung, Schnee- und Lawinenkunde, Wetterkunde, Orientierung

  • Risikomanagement

  • Ausrüstungskunde, Sicherungstheorie

  • Unfallkunde, Erste Hilfe

  • Führungstaktik und -technik

  • Anatomie und Physiologie

  • Ökologie

  • Sport-, Eisfallklettern, Bergrettung, Skitouren, Fels alpin, Eis und kombiniertes Gelände, Freeriden

Zudem absolviert man Praktika in den Bereichen Felstouren, Eis-/Hochtouren und Skitouren.

Praktikum

Im Praktikum arbeiten die angehenden Berg- und Skiführer/innen bei einem/einer staatlich geprüften Berg- und Skiführer/in mit.

Ausbildungsaufbau

Gliederung der theoretischen und praktischen Ausbildung (beispielhaft)
  • Eignungsfeststellungsprüfungen: insgesamt 12,5 Tage

  • Lehrgänge: insgesamt 85 Tage

    • Felsklettern Methodik: 7 Tage

    • Bergrettung: 7 Tage

    • Fels alpin: 13 Tage

    • Theorie 1 und 2: 7 Tage

    • Lawinenlehrgang: 8 Tage

    • Skitourenlehrgang: 7 Tage

    • Eisfallklettern: 5 Tage

    • Skitechnik und -methodik: 7 Tage

    • Variantenlehrgang: 6 Tage

    • Prüfungslehrgang Persönliches Können: 3 Tage

    • Prüfungslehrgang Vertikalzackentechnik: 1 Tag

    • Winterbergsteigen: 7 Tage

    • Skihochtourenlehrgang: 7 Tage

  • Staatliche Prüfungen: insgesamt 20 Tage

    • Sommer - Führungstätigkeit: Eis/kombiniertes Gelände/Hochtouren, Fels; Lehreignung: Eis, Fels; Praxis: Fertigkeiten aus dem Bereich des Risikomanagements: 12 Tage

    • Theorie: 2 Tage

    • Winter - Führungstätigkeit: Skitouristik im Hochgebirge: 6 Tage

  • Praktikum bei einem/einer geprüften Berg- und Skiführer/in: insgesamt 36 Tage

    • Felsführungen/-kurse: 12 Tage

    • Führungen Hochtouren: 12 Tage

    • Führungen/Kurse Winter (Skitouren, Variantengelände): 12 Tage

Gesamtausbildungstage inkl. Praktikum und Prüfungen:

153,5 Tage

Lernorte

Berg- und Skiführer/innen werden in Form von theoretischen und praktischen Lehrgängen ausgebildet.

Lernorte sind

  • Unterrichtsräume an der Bildungseinrichtung, im Gelände

  • im Praktikum: z.B. Bergschulen

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Vorausgesetzt wird der Nachweis einer mindestens dreijährigen alpinen Betätigung.

Darüber hinaus wird für den Zugang zur Ausbildung gefordert:

  • Mindestalter von 18 Jahren

  • Nachweis einer Ausbildung in Erster Hilfe

  • Nachweis der gesundheitlichen Eignung durch ein ärztliches Attest

  • Führungszeugnis

  • ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

  • Sport: z.B. um sich auf Klettersteigen und im hochalpinen Gelände zu bewegen

  • Erdkunde/Geografie: z.B. um sich im alpinen Gelände zu orientieren

  • Biologie: z.B. für die Ausbildung in Anatomie, Physiologie und Erster Hilfe

  • Deutsch: z.B. um Kunden/Kundinnen zu informieren oder anzuleiten

  • Englisch und ggf. weitere Fremdsprachen: z.B. um fremdsprachige Gäste zu begleiten oder Touren im Ausland anzubieten

  • Psychologie z.B. um mit Stress- und Überlastungsreaktionen von Kunden/Kundinnen umzugehen

Auswahlverfahren

Die Bildungsanbieter treffen zunächst anhand eines eingereichten Tourenberichts, der einen Zeitraum von mindestens drei Jahren umfasst, eine Auswahl. Die ausgewählten Bewerber/innen absolvieren dann einen Eignungstest, in dem sie ihre Erfahrungen im Berg- und Skisport unter Beweis stellen.

Ausbildungsvergütung

Für die Ausbildung wird keine Vergütung gezahlt.

Perspektiven nach der Ausbildung

Mit Zusatzqualifikationen Chancen verbessern

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Berg- und Skiführer/innen in Berg- und Skischulen bzw. -zentren, in Sporthotels oder bei Reiseveranstaltern für Trekking-, Bergtouren oder Expeditionsreisen.

Die Beschäftigungsfähigkeit sichern

Durch Anpassungsweiterbildung können Berg- und Skiführer/innen ihre Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Sportfachfortbildungen bis hin zu Reiseleitung.

Beruflich weiterkommen

Eine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Hier kommt beispielsweise eine Prüfung als Sportfachwirt/in infrage.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Tourismusmanagement erwerben.

Sich selbstständig machen

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einer Berg- und Skischule bzw. Alpinschule.