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Zurück zur Übersicht Schulische Ausbildung

Desinfektor/in

Unterschiedlich, je nach Bildungsangebot, Unterrichtszeit (Vollzeit/Teilzeit) und Lernform Bildungseinrichtung und Praktikumsstelle

Was macht man in diesem Beruf?

Desinfektoren und Desinfektorinnen führen im Auftrag des Gesundheitsamtes, nach Anordnung von Amtsärzten bzw. -ärztinnen oder von Hygienefachkräften, Desinfektionsarbeiten durch, um Verunreinigungen durch Krankheitserreger vorzubeugen bzw. deren Verbreitung zu verhindern. Je nach Art der Kontaminierung setzen sie Desinfektionslösungen aus exakt bemessenen Konzentraten oder Pulvern an und säubern sorgfältig Böden, Wände, Handläufe oder Möbel. Sie untersuchen Räumlichkeiten und Einrichtungen wie Lüftungsanlagen auf Schädlingsbefall, stellen fest, um welche Art von Schädlingen es sich handelt und veranlassen z.B. Entwesungsmaßnahmen. Darüber hinaus beraten sie über die richtige Desinfektion von Flächen, Händen oder Instrumenten, über Reinigungsverfahren und vorbeugende Maßnahmen. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Desinfektoren und Desinfektorinnen finden Beschäftigung in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, im Rettungsdienst (Krankentransport), bei Feuerwehren, bei der Polizei, in Justizvollzugsanstalten in Gebäudereinigungsunternehmen und Wäschereien (insbesondere Krankenhauswäsche) bei Gesundheitsämtern in Lebensmittelbetrieben in Bäderbetrieben, Hotels, der Gastronomie oder Einrichtungen der Gemeinschaftsunterbringung im Bestattungsgewerbe Arbeitsorte: Desinfektoren und Desinfektorinnen arbeiten in erster Linie in Räumlichkeiten und Einrichtungen von Kliniken, Alten-, Pflegeheimen, Schulen, Kindergärten in Verkaufs-, Lagerräumen und Produktionshallen (z.B. Lebensmi

Die Ausbildung im Überblick

Desinfektor/in ist eine Aus- bzw. Weiterbildung im Bereich öffentliches Gesundheitswesen, die landesrechtlich geregelt ist.

Je nach Lehrgangsträger können z.B. Zugangsvoraussetzungen und Dauer unterschiedlich sein.

Darüber hinaus gibt es Aus- bzw. Weiterbildungen, die nach internen Regelungen der Bildungsanbieter durchgeführt werden.

Ausbildungsinhalte

Während der theoretischen und praktischen Aus- bzw. Weiterbildung erwirbt man beispielsweise folgende Kenntnisse:
  • Grundlagen der Infektionslehre, Seuchenbekämpfung, Erregerübertragung, Infektionskrankheiten

  • Bakteriologie, Mykologie, Virologie, Parasitologie

  • Desinfektion und Sterilisation (z.B. Flächen-, Instrumenten-, Händedesinfektion, Sterilisation, thermische Desinfektion, physikalische Methoden)

  • Schädlingskunde (z.B. Mittel und Verfahren der Schädlingsbekämpfung, Art und Lebensweise von Schädlingen, Vorsichtsmaßnahmen, Arbeitsschutz)

  • Bau-, Wohnungs-, Krankenhaushygiene, Hochrisikobereiche

  • Toxikologische Aspekte, Umweltverträglichkeit

  • Rechtsgrundlagen, Regelwerke, Fachliteratur

  • Praktische Übungen (z.B. Desinfektionspraxis, Arbeit mit Autoklaven)

Praktikum

Es werden z.B. mikrobiologische Praktika sowie Exkursionen durchgeführt.

Ausbildungsaufbau

Die Lehrgänge sind unterschiedlich strukturiert; auch die Dauer ist unterschiedlich. Die Lehrgänge bestehen beispielsweise aus Fachgebieten oder Modulen, die aufeinander aufbauen.

Beispiel für ein Unterrichtsprogramm der Aus- bzw. Weiterbildung
  • Theorieunterricht mit den Schwerpunkten: Infektionslehre, Desinfektion, Sterilisation, Rechtsgrundlagen: 100 Stunden

  • Praxistraining im Mikrobiologischen Labor: 30 Stunden

Gesamtstundenzahl:

130 Stunden

Lernorte

Desinfektoren und Desinfektorinnen werden in schulischer Form ausgebildet.

Lernorte sind

  • bei Präsenzveranstaltungen: Unterrichtsräume an der Bildungseinrichtung, bei Exkursionen z.B. Labors/Räumlichkeiten in Hygieneinstituten, Krankenhäusern, Untersuchungsämtern, Betrieben der Schädlingsbekämpfung

  • bei kombinierten Lernformen (z.B. Blended Learning): Unterrichtsräume bei Präsenzveranstaltungen, zu Hause bei Online-Lerneinheiten

  • im Praktikum: z.B. mikrobiologische Labors

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Für die landesrechtlich geregelte Aus- bzw. Weiterbildung wird i.d.R. ein Hauptschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine 2-jährige Berufstätigkeit in der Krankenpflege oder Seuchenbekämpfung vorausgesetzt.

Darüber hinaus wird je nach Bildungseinrichtung z.B. gefordert:

  • Mindestalter (z.B. 18 Jahre)

  • Führungszeugnis

  • Nachweis der gesundheitlichen Eignung durch ein ärztliches Attest

  • Erste-Hilfe-Bescheinigung

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aus- bzw. Weiterbildung:

  • Biologie: z.B. um Bakterien, Pilze und Schädlinge zu bekämpfen

  • Chemie: z.B. um Desinfektionslösungen fachgerecht anzusetzen

  • Mathematik: z.B. um Mischungsverhältnisse zu berechnen

Ausbildungsvergütung

Für die Aus- bzw. Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt.

Perspektiven nach der Ausbildung

Die passende Beschäftigung finden

Nach ihrer Aus- bzw. Weiterbildung arbeiten Desinfektoren und Desinfektorinnen z.B. bei Gesundheitsämtern, in Krankenhäusern, bei Reinigungsunternehmen, in Betrieben der Lebensmittelproduktion, in Badeeinrichtungen oder im Unterbringungsgewerbe.

Die Beschäftigungsfähigkeit sichern

Durch Anpassungsweiterbildung können Desinfektoren und Desinfektorinnen ihre Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Hygiene bis hin zu Schädlingsbekämpfung.

Beruflich weiterkommen

Eine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Naheliegend ist es, die Prüfung als Umweltschutzfachwirt/in abzulegen.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Umwelttechnik erwerben.

Sich selbstständig machen

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einem eigenen Desinfektionsbetrieb.