Disponent/in - Integrierte Leitstelle
Was macht man in diesem Beruf?
Disponenten und Disponentinnen einer Integrierten Leitstelle nehmen Notrufe entgegen und organisieren die passende Hilfe. In der Einsatzzentrale entscheiden sie, welche Einsatzkräfte gebraucht werden, z.B. Rettungswagen, Notarzt oder Feuerwehr, und alarmieren sie. Während des Einsatzes bleiben die Disponenten und Disponentinnen in Kontakt mit den Rettungskräften und passen die Planung bei Bedarf an. Sie begleiten den Einsatz vom Anfang bis zum Ende. Dabei arbeiten sie eng mit anderen Behörden wie der Polizei zusammen, um eine reibungslose Einsatzabwicklung zu gewährleisten. Wichtige Informationen wie Uhrzeiten, Maßnahmen und Entscheidungen werden genau dokumentiert. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Disponenten und Disponentinnen einer Integrierten Leitstelle finden Beschäftigung bei Berufsfeuerwehren bei Rettungsdiensten bei Flughafenfeuerwehren oder Feuerwehren der Fluggesellschaften bei Feuerwehren der Bundeswehr Arbeitsorte: Disponenten und Disponentinnen einer Integrierten Leitstelle arbeiten in erster Linie in Einsatzzentralen bzw. Leitstellen. Welcher Schulabschluss wird erwartet? Für die Ausbildung ist i.d.R. ein mittlerer Bildungsabschluss erforderlich. Die Berufsfachschulen wählen nach eigenen Kriterien aus. Worauf kommt es an? Anforderungen: Hohe Auffassungsgabe und Konzentrationsfähigkeit (z.B. beim Entgegennehmen von Notrufen unter Zeitdruck) Kommunikationsfähigkeit und Einfühlungsvermögen (z.B. beim Erfassen der Lage der hilfsbedürftigen Personen, beim Ko
Die Ausbildung im Überblick
Disponent/in einer Integrierten Leitstelle ist eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen.
Sie dauert 3 Jahre und führt zu einer staatlichen Abschlussprüfung.
Ausbildungsinhalte
wie man im beruflichen Umfeld agiert, z.B. Rechtsgrundlagen anwenden
wie die Einsatzbereitschaft der Leitstelle gesichert wird, z.B. die Gebäude- und IT-Technik überwachen
wie Anrufe und Notrufe bearbeitet werden, z.B. Symptome abfragen
wie man Notfalleinsätze disponiert und begleitet, z.B. Alarm- und Ausrückeordnung beachten
wie weitere Ereignisse disponiert und begleitet werden, z.B. Krankentransporte planen
Während der Ausbildung werden auch allgemeinbildende Fächer wie z.B. Deutsch unterrichtet.
Fachpraktische AusbildungDie praktische Ausbildung erfolgt in verschiedenen Einrichtungen (z.B. in integrierten Leitstellen, Krankenhäusern oder Polizei-Einsatzzentralen).
Ausbildungsaufbau
Berufsbezogener Bereich:
Im beruflichen Umfeld agieren: 240 Unterrichtsstunden
Einsatzbereitschaft der Leitstelle erhalten: 260 Unterrichtsstunden
Anruf- und Notrufbearbeitung: 520 Unterrichtsstunden
Notfalleinsätze disponieren und begleiten: 560 Unterrichtsstunden
Weitere Ereignisse disponieren und begleiten: 320 Unterrichtsstunden
Zur freien Verteilung: 200 Unterrichtsstunden
Berufsbezogener Bereich insgesamt: 2.100 Unterrichtsstunden
Berufspraktische Ausbildung:
Orientierungseinsatz Leitstelle: 520 Unterrichtsstunden
Feuerwehr: 520 Unterrichtsstunden
Rettungsdienst: 240 Unterrichtsstunden
Krankenhaus: 240 Unterrichtsstunden
Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB): 160 Unterrichtsstunden
Polizei-Einsatzzentrale: 40 Unterrichtsstunden
Wahlpflichteinsätze: 80 Unterrichtsstunden
Vertiefungseinsatz Leitstelle: 700 Unterrichtsstunden
Berufspraktische Ausbildung insgesamt: 2.500 Unterrichtsstunden
4.600 Unterrichtsstunden
Lernorte
Disponenten und Disponentinnen einer Integrierten Leitstelle werden in schulischer Form ausgebildet.
Lernorte sind
Berufsfachschule: Unterrichtsräume (Unterricht im Klassenverband)
Praktikumsbetriebe: Räumlichkeiten z.B. von Leitstellen, Feuerwehren, Krankenhäusern
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
Ein mittlerer Bildungsabschluss ist erforderlich.
Weitere Voraussetzungen können je nach Bildungsangebot vorliegen.
Wichtige Schulfächer
Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:
Deutsch: z.B. um Notrufe entgegenzunehmen
Recht: z.B. um Informationen an befugte Stellen weiterzugeben
Englisch, und weitere Fremdsprachen: z.B. um Notrufe in anderen Sprachen zu verstehen
Erdkunde/Geografie: z.B. um Einsatzorte schnell zuzuordnen
Auswahlverfahren
Die Berufsfachschulen wählen Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus. In Auswahlverfahren richtet sich die Rangfolge der Aufnahme z.B. nach dem Notendurchschnitt des Schulabschlusses oder ehrenamtlichen Tätigkeiten.
Ausbildungsvergütung
An Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder an Einrichtungen von Trägern, die sich an die tariflichen Vereinbarungen des öffentlichen Dienstes anlehnen, erhalten Auszubildende beispielsweise folgende Vergütungen (monatlich brutto):
1. Ausbildungsjahr: 1.368 €
2. Ausbildungsjahr: 1.418 €
3. Ausbildungsjahr: 1.464 €
Quelle:
Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD)
Hinweis: Diese Angaben dienen der Orientierung. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.
Perspektiven nach der Ausbildung
Nach ihrer Ausbildung arbeiten Disponenten und Disponentinnen einer Integrierten Leitstelle vor allem bei Berufsfeuerwehren, bei Rettungsdiensten sowie bei Feuerwehren der Fluggesellschaften oder der Bundeswehr.
Die Beschäftigungsfähigkeit sichernDurch Anpassungsweiterbildung kann man seine Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Brandschutz bis hin zur Notfallmedizin.
Beruflich weiterkommenEine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Naheliegend ist es, die Prüfung als Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen abzulegen.
Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Sanitäts-, Rettungswesen erwerben.