Eurythmielehrer/in
Was macht man in diesem Beruf?
Eurythmielehrer/innen unterrichten Kinder oder Erwachsene in der Bewegungsform Eurythmie, bei der Gesetzmäßigkeiten der Sprache und der Musik in Bewegung umgesetzt werden. Mithilfe spezieller Übungen, z.T. in spielerischer Form, versuchen sie, das Körperbewusstsein, die Grob- und Feinmotorik, die Konzentrationsfähigkeit sowie die seelische Beweglichkeit und die Wahrnehmungsmöglichkeiten ihrer Schüler/innen zu verbessern bzw. zu sensibilisieren. Durch Gedichte, Reime und Verse regen sie die Bewegungsimpulse der Schüler/innen an und vermitteln ihnen (einfache) Rhythmen und Stabübungen sowie Bewegungsmöglichkeiten durch Gesten, Gebärden und Haltungen. Sämtliche Inhalte der Unterrichtseinheiten planen und koordinieren sie selbst. Eurythmielehrer/innen bereiten die Praxisphasen vor und nach, stellen Stundenpläne auf und arbeiten Choreografien aus, die sie im Unterricht mit ihren Schülern und Schülerinnen einstudieren. Wenn sie mit der Leitung von Eurythmieschulen betraut sind, führen sie entsprechende Einrichtungen in personeller, finanzieller und konzeptioneller Hinsicht. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Eurythmielehrer/innen finden Beschäftigung in Kindergärten und -horten an Schulen, insbesondere Waldorf- bzw. Rudolf-Steiner-Schulen an Instituten für Eurythmie an Volkshochschulen bzw. Einrichtungen der Erwachsenenbildung Arbeitsorte: Eurythmielehrer/innen arbeiten in erster Linie in Schulungs- und Unterrichtsräumen in Gymnastik- und Fitnessräumen Darüber hinaus arbeiten
Die Ausbildung im Überblick
Eurythmielehrer/in ist eine Ausbildung, die durch interne Vorschriften der Lehrgangsträger geregelt ist. Sie dauert in Vollzeit 4-5 Jahre, in Teilzeit 5-7 Jahre.
Für die Tätigkeit als Eurythmielehrer/in an Freien Waldorfschulen ist eine entsprechende pädagogische Zusatzqualifikation erforderlich.
Daneben besteht die Möglichkeit, Eurythmie an Hochschulen zu studieren.
Ausbildungsinhalte
Lauteurythmie, Toneurythmie, Stabübungen und Auftakte
Sprachgestaltung, Poetik
Musiktheorie
Gesang, Chorsingen
Anthroposophie
Formenzeichnen
Anatomie
Metamorphose der Pflanzen und im Mineralreich (Goetheanismus)
Malen und "Farb-Eurythmie"
Einführung in die Waldorfpädagogik und in die Heileurythmie
Ist ein Praktikum bzw. eine Hospitation in die Ausbildung integriert oder schließt sich eine Praxisphase an die theoretische Ausbildung an, arbeiten die angehenden Eurythmielehrer/innen z.B. in Waldorfschulen oder -kindergärten mit.
Lernorte
Eurythmielehrer/innen werden in schulischer Form ausgebildet.
Lernorte sind
Unterrichtsräume an der Bildungseinrichtung, z.B. Eurythmieschule oder Akademie für Eurythmische Kunst
ggf. im Praktikum: z.B. Waldorfschulen oder -kindergärten
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Die Bildungseinrichtungen legen eigene Zugangskriterien fest. Zum Teil wird die allgemeine Hochschulreife, ein mittlerer Bildungsabschluss oder ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt.
Darüber hinaus wird für den Zugang zur Ausbildung z.B. gefordert:
Mindestalter (z.B. 18 Jahre)
Höchstalter (z.B. 35 Jahre)
anthroposophische Vorbildung bzw. die Bereitschaft zur anthroposophischen Orientierung
Beherrschen eines Musikinstruments bzw. musikalische Grundkenntnisse
Nachweis der gesundheitlichen Eignung durch ein ärztliches Attest
Wichtige Schulfächer
Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:
Deutsch: z.B. um Zusammenhänge der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit darzustellen
Musik: z.B. Wissen über theoretische Aspekte der Musik
Darstellendes Spiel: z.B. um Texte und Musik in Bewegungsabläufe umzusetzen
Pädagogik/Psychologie: z.B. um Inhalte altersgerecht zu vermitteln
Sport: z.B. um Gymnastikübungen oder Stabeurythmie anzuleiten
Auswahlverfahren
Je nach Bildungsanbieter kann ggf. das Ablegen einer Aufnahmeprüfung erforderlich sein. Dabei wird z.B. ein Sprach- bzw. Musiktest durchgeführt.
Ausbildungsvergütung
Für die Ausbildung wird keine Vergütung gezahlt.
Perspektiven nach der Ausbildung
Nach ihrer Ausbildung arbeiten Eurythmielehrer/innen in Eurythmieinstituten, in Kindergärten und -horten sowie an Schulen, insbesondere Waldorf- bzw. Rudolf-Steiner-Schulen.
Die Beschäftigungsfähigkeit sichernDurch Anpassungsweiterbildung können Eurythmielehrer/innen ihre Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Musik, Rhythmus und Bewegung bis hin zu Pädagogik.
Beruflich weiterkommenEine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Naheliegend ist es, eine Weiterbildung als Heileurythmist/in zu absolvieren.
Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Waldorfpädagogik erwerben.
Sich selbstständig machenAuch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einem eigenen Eurythmie-Studio.