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Fachkraft - Medizinprodukteaufbereitung

3 Jahre (Vollzeit) Bildungseinrichtung und klinische Einrichtungen

Was macht man in diesem Beruf?

Fachkräfte für Medizinprodukteaufbereitung reinigen, desinfizieren, pflegen, kontrollieren, verpacken und sterilisieren Medizinprodukte und Geräte, die in Krankenhäusern und ärztlichen Praxen zum Einsatz kommen. In speziell ausgestatteten Räumen nehmen sie nach normativen Vorgaben Reinigungs- und Desinfektionsgeräte in Betrieb, kontrollieren die Zusammensetzung der Chemikalien und legen Medizinprodukte zur Aufbereitung zurecht. Reinigungsvorgänge führen sie manuell, maschinell oder chemisch durch. Die behandelten Medizinprodukte kontrollieren sie hinsichtlich Sauberkeit und Funktionsfähigkeit. Fachkräfte für Medizinprodukteaufbereitung verpacken und beschriften die Medizinprodukte und geben sie zur Wiederverwendung frei. Sterile Einmalgeräte entsorgen sie nach der Verwendung fachgerecht. Den Desinfektions- und Sterilisationsvorgang dokumentieren sie am PC. Die Fachkräfte überprüfen zudem die Lagerung, Verpackung und Einhaltung der Lagerfristen von Einmalgeräten sowie anderen Instrumenten bzw. Medizinprodukten. Darüber hinaus leiten sie Mitarbeiter/innen an und erledigen organisatorische und betriebswirtschaftliche Aufgaben. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Fachkräfte für Medizinprodukteaufbereitung finden Beschäftigung in Krankenhäusern und Kliniken, z.B. in der Zentralen Sterilisation, bzw. Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte, ggf. im Operationsbereich in ambulanten Operationszentren in größeren Gemeinschaftspraxen bei Dienstleistungsunternehmen für die Aufberei

Die Ausbildung im Überblick

Fachkraft für Medizinprodukteaufbereitung ist eine Ausbildung, die durch die Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Deutschen Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV e.V.) geregelt ist. Sie dauert in Vollzeit 3 Jahre.

Ausbildungsinhalte

Während der theoretischen Ausbildung erwirbt man beispielsweise folgende Kenntnisse:
  • Fachkundelehrgang I

    • Grundlagen der Mikrobiologie

    • Krankenhaushygiene, z.B. Schutzkleidung, Händedesinfektion

    • verschiedene Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationsverfahren

    • Instrumentenkunde

    • Organisation der Versorgung mit sterilen Medizinprodukten

    • Rechtsgrundlagen, z.B. Arbeitsschutz (TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege, Gefahrstoffe)

    • Grundsätze der Qualitätssicherung

  • Fachkundelehrgang II

    • Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse aus Fachkunde I

    • gesetzliche und normative Vorgaben

    • Qualitätsmanagement

    • Kommunikation

    • Anleitung, Förderung und Beurteilung von Mitarbeitern

    • organisatorische und betriebswirtschaftliche Aspekte der Medizinprodukteversorgung

  • Sachkundelehrgang Endoskopaufbereitung

  • Validierlehrgang

In der praktischen Ausbildung erwirbt man Kenntnisse in folgenden Kategorien:
  • Standardinstrumente aus unterschiedlichen Fachbereichen (z.B. Chirurgie, Gynäkologie, Urologie)

  • minimalinvasive Medizinprodukte (z.B. Laparoskopie, Robotik-Instrumente)

  • Mikroinstrumente (z.B. aus Ophthalmologie, HNO, Neurochirurgie, Dental)

  • Systeminstrumentarium (z.B. Prothetik, Trauma, Wirbelsäule)

  • Aufbereitung flexibler Endoskope

  • zusätzlich erfolgen Hospitationen in den Bereichen:

    • OP-Bereich/Anästhesie

    • Endoskopie

    • Technischer Dienst/Medizintechnik

    • Hygiene

    • Wirtschaftsabteilung/Kaufmännische Abteilung

Ausbildungsaufbau

Der Lehrgang besteht aus theoretischem Unterricht und in den Lehrgang eingegliederten praktischen Ausbildungsabschnitten.

Beispiel für die Stundenverteilung der AusbildungTheoretischer Unterricht
  • Fachkundelehrgang I: Erwerb der Tätigkeitsbezeichnung "Technischer Sterilisationsassistent/Technische Sterilisationsassistentin": mindestens 120 Stunden

  • Fachkundelehrgang II: Erwerb der Tätigkeitsbezeichnung "Technischer Sterilisationsassistent/Technische Sterilisationsassistentin mit erweiterter Aufgabenstellung": mindestens 120 Stunden

  • Sachkundelehrgang Endoskopaufbereitung: Aufbereitung von flexiblen Endoskopen und deren Zubehör: mindestens 40 Stunden

  • Validierlehrgang: mindestens 40 Stunden

Insgesamt: mindestens 1.600 Stunden

Praktische Ausbildung
  • Obligatorische Kategorien

    • Standardinstrumente (z.B. Chirurgie, Gynäkologie, Urologie)

    • Minimalinvasive Instrumente (z.B. Laparoskopie, Robotik-Instrumente)

    • Mikroinstrumente (z.B. Ophthalmologie, HNO, Neurochirurgie, Dental)

    • Systeminstrumentarium (z.B. Prothetik, Trauma, Wirbelsäule)

    • Aufbereitung flexibler Endoskope

  • Hospitationen in den Bereichen

    • OP-Bereich und Anästhesie: 80 Stunden

    • Endoskopie: 40 Stunden

    • Technischer Dienst: 8 Stunden

    • Medizintechnik: 8 Stunden

    • Hygiene: 24 Stunden

    • Wirtschaftsabteilung/Kaufmännische Abteilung: 40 Stunden

Insgesamt: mindestens 3.200 Stunden

Gesamtstundenzahl: mindestens 4.800 Stunden

Lernorte

Fachkräfte für Medizinprodukteaufbereitung werden in schulischer Form ausgebildet.

Lernorte sind

  • in der fachtheoretischen Ausbildung: Unterrichtsräume an DGSV-anerkannten Bildungsstätten

  • in der fachpraktischen Ausbildung: Betriebsstätten, die Medizinprodukte aufbereiten

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Vorausgesetzt wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

Darüber hinaus wird ggf. gefordert:

  • Nachweis der gesundheitlichen Eignung durch ein ärztliches Attest

  • Ein Nachweis über den Masernschutz ist für die praktische Ausbildung in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen nötig. Darüber hinaus können Einrichtungen weitere Schutzimpfungen (z.B. gegen Hepatitis A und B) bzw. entsprechende Immunitätsnachweise verlangen.

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

  • Biologie: z.B. um Erreger mit Desinfektionsmaßnahmen zu bekämpfen

  • Chemie: z.B. um Operationsmaterialien und -geräte vor- und nachzubereiten sowie Hygiene und Keimfreiheit sicherzustellen

Ausbildungsvergütung

Die Auszubildenden erhalten eine angemessene, monatliche Vergütung

Perspektiven nach der Ausbildung

Die passende Beschäftigung finden

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Fachkräfte für Medizinprodukteaufbereitung in Krankenhäusern, ausgelagerten Reinigungs- und Sterilisationsabteilungen von Krankenhäusern, Operationszentren sowie größeren Gemeinschaftspraxen.

Die Beschäftigungsfähigkeit sichern

Durch Anpassungsweiterbildung können Fachkräfte für Medizinprodukteaufbereitung ihre Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Hygiene im Gesundheitsbereich bis hin zu Medizinische Assistenz.

Beruflich weiterkommen

Eine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Naheliegend ist es, eine Weiterbildung als Betriebswirt/in für Management im Gesundheitswesen zu absolvieren.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Medizinische Technik erwerben.