Flugdatenbearbeiter/in
Was macht man in diesem Beruf?
Flugdatenbearbeiter und Flugdatenbearbeiterinnen überwachen die Flugpläne aller kontrollierten Flüge innerhalb eines Luftraums, eines sogenannten Sektors. Sie verfolgen die momentane Luftraumsituation und das aktuelle Verkehrsbild. Wenn z.B. Fluglotsen und Fluglotsinnen Änderungswünsche einer Flugzeugbesatzung bezüglich der Streckenführung oder Höhe erhalten, korrigieren Flugdatenbearbeiter/innen die Flugpläne entsprechend und leiten die Informationen ggf. auch an andere Kooperationspartner wie benachbarte Sektoren weiter. Weitere Gründe für Flugplanänderungen sind schwierige Wettersituationen oder Notfälle. Daneben werten Flugdatenbearbeiter/innen auch externe Meldungen z.B. über Sonderstrecken aus und geben diese Informationen an die Fluglotsen/Fluglotsinnen weiter. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Flugdatenbearbeiter/innen finden Beschäftigung in Kontrollzentren der Flugsicherung. Arbeitsorte: Flugdatenbearbeiter/innen arbeiten in erster Linie an Bildschirmarbeitsplätzen in Kontrollzentren. Welche Vorbildung wird erwartet? Vorausgesetzt wird die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife , die Fachhochschulreife oder ein mittlerer Bildungsabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Darüber hinaus wird z.B. ein Nachweis der medizinischen Tauglichkeit gefordert. Worauf kommt es an? Anforderungen: Beobachtungsgenauigkeit und Aufmerksamkeit (z.B. beim Überwachen des Verkehrs im Luftraum) Entscheidungsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit (z.B. bei Änderungen
Die Ausbildung im Überblick
Flugdatenbearbeiter/in ist eine Ausbildung, die bundesweit einheitlich geregelt ist. Sie dauert in Vollzeit ca. 2 Jahre.
Ausbildungsinhalte
Einführung in das Flugsicherungsunternehmen DFS (Aufgaben und Organisation der DFS, Personal, rechtliche Grundlagen der Tätigkeit)
Luftrecht (z.B. nationale und internationale Organisationen, nationales und internationales Luftrecht, Sicherheitsmanagement)
Flugsicherungsbetriebsverfahren (z.B. Flugverkehrskontrolldienst, Fluginformationsdienst, Verkehrsflussregelung)
Wetterkunde (z.B. Wettererscheinungen, Wetterinformationen)
Navigation (z.B. Luftfahrkarten, Navigationsverfahren)
Technische Flugsicherungssysteme (z.B. Funk- und Kommunikationssysteme, Datenverarbeitungs- und -übertragungssysteme)
Flugfunkdienst (z.B. Grundlagen, Sprechgruppen)
Menschliche Faktoren (z.B. medizinische und physiologische Faktoren, Stress, menschliches Versagen)
Betriebsverfahren in der Flugdatenbearbeitung (z.B. Regelungen zur Flugdatenbearbeitung, Flugverkehrsmanagement, automatisierte Datenverarbeitungssysteme, Sprechverfahren in der Flugdatenbearbeitung)
Praktische Flugdatenbearbeitung (Umgang mit Systemen am Arbeitsplatz der Flugdatenbearbeitung, Flugdatenbearbeitung in außergewöhnlichen Situationen)
In die Ausbildung sind verschiedene Betriebspraktika integriert. Außerdem findet ein ca. 18 Monate dauerndes On-the-Job-Training am Arbeitsplatz statt.
Lernorte
Flugdatenbearbeiter/innen werden in schulischer Form ausgebildet.
Lernorte sind
im theoretischen Ausbildungsteil: Unterrichtsräume der Flugsicherungsakademie
im praktischen Ausbildungsteil: die für den Einsatz vorgesehenen DFS-Kontrollzentralen
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
Vorausgesetzt wird die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, die Fachhochschulreife oder ein mittlerer Bildungsabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Darüber hinaus wird für den Zugang zur Ausbildung ein Nachweis der medizinischen Tauglichkeit gefordert.
Wer sich regelmäßig in nicht allgemein zugänglichen Bereichen des Flugplatzgeländes aufhält, benötigt eine Bestätigung der Zuverlässigkeit von der Luftsicherheitsbehörde.
Personen müssen sich vorab einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen, wenn sie sicherheitsempfindliche Tätigkeiten ausüben sollen.
Wichtige Schulfächer
Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:
Englisch: z.B. um im Flugverkehr zu kommunizieren
Erdkunde/Geografie: z.B. um Meldungen über die Wetterlage einzuschätzen
Mathematik: z.B. um Navigations- und Flugverlaufsdaten zu berechnen
Deutsch: z.B. um Informationen über geänderte Flugverlaufspläne weiterzuleiten
Auswahlverfahren
Durch ein Auswahlverfahren wird vor Ausbildungsbeginn sichergestellt, dass die zukünftigen Flugdatenbearbeiter/innen über die nötige körperliche Tauglichkeit und über ausreichende Kenntnisse der englischen Sprache verfügen. Diese sollten dem Niveau eines Sprachzertifikats des Level C1 des Common European Framework of Reference for Languages entsprechen.
Ausbildungsvergütung
Für die Ausbildung wird keine Vergütung gezahlt.
Perspektiven nach der Ausbildung
Nach ihrer Ausbildung arbeiten Flugdatenbearbeiter/innen in Kontrollzentren zur Flugsicherung.
Die Beschäftigungsfähigkeit sichernDurch Anpassungsweiterbildung können Flugdatenbearbeiter/innen ihre Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Luftverkehr bis hin zu Englisch.
Beruflich weiterkommenMit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Luftverkehrsmanagement erwerben.