Judolehrer/in
Was macht man in diesem Beruf?
Judolehrer/innen vermitteln die japanische Kampfsportart Judo je nach Trainerlizenz für unterschiedliche Zielgruppen. Wenn sie Amateure/Amateurinnen im Breitensport unterrichten, richten sie das Training nach der Altersstufe und den Fähigkeiten der Schüler/innen aus. Sie planen die Übungsstunden, demonstrieren Angriffs- und Abwehrtechniken und schulen die Kondition sowie die koordinativen und taktischen Fähigkeiten der Teilnehmer/innen. Zudem achten sie auf die Einhaltung der Regeln und vermitteln die mit Judo verbundenen philosophischen Prinzipien. Im Bereich des Leistungssports bereiten sie Einzelsportler/innen oder Mannschaften auf Wettkämpfe vor und coachen sie. Dazu erstellen sie individuelle Trainingspläne, analysieren den körperlichen und mentalen Trainingszustand der Sportler/innen und motivieren sie. Je nach Lizenzstufe können die Organisation und Leitung von Trainingslagern, Wettkämpfen und Turnieren ebenso zu ihren Aufgaben gehören wie verwaltende Arbeiten im Verein. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Judolehrer/innen finden Beschäftigung bei Judovereinen/-schulen beim Deutschen Judo-Bund (DJB) und den Judo-Landesverbänden in Sportleistungs- und Trainingszentren in Sport- und Fitnesszentren an Sportschulen und Hochschulen Arbeitsorte: Judolehrer/innen arbeiten in erster Linie in Sport- und Trainingshallen an wechselnden Orten, z.B. bei Wettkampfbegleitung in Unterrichtsräumen Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch in Büroräumen Welche Vorbildung wird erwartet?
Die Ausbildung im Überblick
Judolehrer/in ist eine Aus- bzw. Weiterbildung, die landesrechtlich oder durch Vorschriften des Deutschen Judo-Bundes (DJB) bzw. darauf aufbauende Ausbildungsordnungen der Landesverbände geregelt ist. Die Dauer der Lehrgänge ist je nach Lizenzstufe unterschiedlich.
Ausbildungsinhalte
Trainer/in-C Leistungssport, z.B.: Planung und Auswertung von Judounterricht vor allem mit Kindern und Jugendlichen; Methodik und Didaktik zur Vermittlung von kind- und jugendgerechten Judotechniken; Motivation und systematische Vorbereitung junger Wettkämpfer/innen zum Leistungssport; Entwicklung und Organisation von altersgerechten Trainings- und Wettkampfmaßnahmen
Trainer/in-C Breitensport, z.B.: Planung und Auswertung von Judounterricht vor allem mit Kindern und Jugendlichen; Methodik und Didaktik zur Vermittlung von kind- und jugendgerechten Judotechniken; Rolle des Trainers/der Trainerin als Vermittler/in zwischen der "Sache" Judo und den Teilnehmern/Judoschülern bzw. Teilnehmerinnen/Judoschülerinnen; Planung von kleineren Veranstaltungen und Ausflügen
Trainer/in-B Leistungssport, z.B.: Planung, Dokumentation, Analyse und Auswertung von Trainings- und Wettkampfmaßnahmen; Vermittlung und Stabilisierung von Judotechniken und Kampfhandlungen für Wettkämpfer/innen; Führen von Gruppen in Training und Wettkampf; ökonomisches "Time- und Selbstmanagement" und Koordinationsaufgaben
Trainer/in-B Breitensport, z.B.: zielgruppenorientierte, kurz-, mittel- und langfristige Planung und Auswertung von Unterricht unter freizeit- und breitensportlichen Gesichtspunkten; breitensportorientierte methodisch-didaktische Vermittlung von Judotechniken; Erziehung und Motivation von Breitensportlern/-sportlerinnen; Planung, Organisation und Durchführung breitensportlicher Veranstaltungen, Fahrten usw.
Trainer/in-A Leistungssport, z.B.: Planung, Dokumentation, Analyse und Auswertung von Trainings- und Wettkampfmaßnahmen; Spezialisierung, Stabilisierung und variable Verfügbarmachung von Judotechniken und Kampfhandlungen und deren Verbindungsmöglichkeiten für Wettkämpfe; Techniken der Selbstkontrolle und Selbststeuerung; Planung von Großveranstaltungen, Organisations- und Managementtechnik
Trainer/in-A Breitensport, z.B.: vertiefende, zielgruppenorientierte, kurz-, mittel- und langfristige Planung und Auswertung von Unterricht unter freizeit- und breitensportlichen Gesichtspunkten; methodisch-didaktische Vermittlung von Judotechniken; Erziehung und Motivation von bestimmten breitensportlichen Zielgruppen; Vereinsorganisation für bestimmte breitensportliche Zielgruppen
Planung, Dokumentation, Analyse und Auswertung von Trainings- und Wettkampfmaßnahmen; Stabilisierung und variable Verfügbarmachung individueller, technisch-taktischer Kampfhandlungen und deren Verbindungsmöglichkeiten für Wettkämpfer/innen im Leistungs- und Hochleistungsbereich; Motivation von Menschen, Führung von Gruppen; Finanzierungsmöglichkeiten
Ausbildungsaufbau
Die Aus- bzw. Weiterbildung besteht aus 4 Lizenzstufen von unterschiedlicher Dauer, die aufeinander aufbauen.
Stundenverteilung der LizenzstufenLizenzstufe I: Trainer/in-C Leistungssport/Trainer/in-C Breitensport: 120 Unterrichtseinheiten
Lizenzstufe II: Trainer/in-B Leistungssport/Trainer/in-B Breitensport: 60 Unterrichtseinheiten
Lizenzstufe III: Trainer/in-A Leistungssport/Trainer/in-A Breitensport: 90 Unterrichtseinheiten
Lizenzstufe IV: Diplomtrainer/in des DOSB: nach Curriculum der Trainerakademie
Lernorte
Die Aus- bzw. Weiterbildung findet an Bildungseinrichtungen des Deutschen Judo-Bundes (DJB) bzw. seinen Landesverbänden statt.
Lernorte sind
bei Präsenzveranstaltungen: Schulungsräume der Sportverbände, Sportanlagen
bei kombinierten Lernformen (z.B. Blended Learning): Schulungsräume, Sportanlagen bei Präsenzveranstaltungen, zu Hause bei Online-Lerneinheiten
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
Für die landesrechtlich geregelte Aus- bzw. Weiterbildung benötigt man einen mittleren Bildungsabschluss, die Trainer-A-Lizenz des Fachverbandes, eine Empfehlung des Fachverbandes sowie sportliche Leistungs- und Tätigkeitsnachweise.
Für die durch Verbandsrichtlinien geregelte Aus- bzw. Weiterbildung bestehen spezifische Zugangskriterien für die jeweiligen Lizenzstufen.
Je nach Verband wird z.B. gefordert:
die Mitgliedschaft in einem Verein des Landesverbands (gültiger Judo-Pass)
ein Mindestalter (C-Lizenz 15 Jahre, B-Lizenz 18 Jahre, A-Lizenz 20 Jahre)
ein polizeiliches Führungszeugnis
die Beherrschung der für die jeweilige Lizenz erforderlichen Fertigkeiten der Kampfkonzeptionen
Wichtige Schulfächer
Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aus- bzw. Weiterbildung:
Sport: z.B. um spezifische Bewegungsfertigkeiten und Kampftechniken zu zeigen
Biologie: z.B. um die Belastbarkeit der Sportler und Sportlerinnen einschätzen zu können
Deutsch: z.B. um Trainingsmaßnahmen und Wettkämpfe zu organisieren
Pädagogik/Psychologie z.B. um Lernprozesse zu gestalten
Ausbildungsvergütung
Für die Aus- bzw. Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt.
Perspektiven nach der Ausbildung
Nach ihrer Aus- bzw. Weiterbildung arbeiten Judolehrer/innen z.B. bei Judovereinen, beim Bundes- bzw. bei Landesverbänden, in Sportleistungszentren sowie in Fitnesszentren.
Die Beschäftigungsfähigkeit sichernDurch Anpassungsweiterbildung kann man seine Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Sportfachfortbildungen bis hin zu sportartübergreifenden Themen wie z.B. Sportmanagement.
Beruflich weiterkommenEine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Naheliegend ist es, die Prüfung als Berufstrainer/in im Sport abzulegen.
Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Sportwissenschaft erwerben.
Sich selbstständig machenAuch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. durch eine freiberufliche Tätigkeit oder mit einer eigenen Judoschule.