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Kosmetiker/in (schulische Ausbildung)

I.d.R. 2 Jahre Berufsfachschule/Berufskolleg und Praktikumsbetrieb

Was macht man in diesem Beruf?

Kosmetiker/innen beurteilen Hauttyp und -beschaffenheit ihrer Kunden und Kundinnen, beraten sie und führen geeignete Maßnahmen der Körper- oder Schönheitspflege durch. Sie reinigen die Haut, entfernen z.B. Mitesser, Pickel oder störende Körperbehaarung, tragen Masken und pflegende Cremes oder Lotionen auf und schneiden bzw. formen Finger- und Fußnägel. Bei der dekorativen Kosmetik tragen sie Make-ups auf, formen Augenbrauen, färben Wimpern oder lackieren Nägel. Darüber hinaus verkaufen Kosmetiker/innen auch Pflege- und Kosmetikprodukte. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Kosmetiker/innen finden Beschäftigung in Kosmetikstudios in Wellnesshotels oder Clubanlagen in Saunas oder Bädern in Hautarztpraxen Arbeitsorte: Kosmetiker/innen arbeiten in Behandlungsräumen in Verkaufsräumen in Praxisräumen Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch beim Kunden (z.B. Hausbesuche) Welcher Schulabschluss wird erwartet? Für die Ausbildung ist i.d.R. ein Hauptschulabschluss (je nach Bundesland auch Berufsreife, Berufsbildungsreife, erster allgemeinbildender Schulabschluss, erfolgreicher Abschluss der Mittelschule) bzw. ein mittlerer Bildungsabschluss erforderlich. Die Berufsfachschulen bzw. Berufskollegs wählen nach eigenen Kriterien aus. Worauf kommt es an? Anforderungen: Geschicklichkeit und Auge-Hand-Koordination (z.B. beim Formen und Gestalten von Nägeln oder Auftragen von Make-up) Kreativität und Sinn für Ästhetik (z.B. beim Entwerfen eines anlassbezogenen Make-ups, bei der Typberatung) B

Die Ausbildung im Überblick

Kosmetiker/in ist eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen und Berufskollegs.

Sie dauert i.d.R. 2 Jahre und führt zu einer staatlichen Abschlussprüfung.

Darüber hinaus gibt es Aus- bzw. Weiterbildungen, die nach internen Regelungen der Bildungsanbieter bzw. nach kammerrechtlichen Regelungen durchgeführt werden.

Überdies besteht die Möglichkeit, eine duale Ausbildung zum Kosmetiker/zur Kosmetikerin zu absolvieren.

Ausbildungsinhalte

Während des theoretischen und praktischen Unterrichts erwirbt man beispielsweise Kenntnisse in folgenden Bereichen:
  • Anatomie/Physiologie

  • Dermatologie

  • Theorie der Kosmetik

  • kosmetische Grundausbildung

  • Apparatekunde und Präparatekunde

  • Körperbehandlung und Massagen

  • Hand- und Fußpflege

  • dekorative und apparative Kosmetik

  • kosmetische Gymnastik

  • Verkaufskunde

  • Wirtschaftslehre und Fachrechnen

  • Datenverarbeitung

Während der Ausbildung werden auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde unterrichtet.

Praktika

Bei Praktika werden die theoretischen Inhalte z.B. in kosmetischen Einrichtungen umgesetzt und angewandt. Die Schüler/innen erhalten Einblick in das Betriebsgeschehen, sammeln Erfahrungen in den berufstypischen Arbeitsabläufen und gewinnen einen Überblick über Aufbau und Ablauforganisation des Betriebes.

Zusatzqualifikationen

Je nach Angebot der einzelnen Schulen werden Zusatzkenntnisse vermittelt, die den Erwerb der Fachhochschulreife ermöglichen.

Ausbildungsaufbau

Stundenverteilung (beispielhaft)Pflichtunterricht
  • 1. Berufsübergreifender Lernbereich:

    • Deutsch: 80 Stunden

    • Weitergeführte Fremdsprache: 80 Stunden

    • Sozialkunde: 80 Stunden

    • Religionslehre/Ethik: 80 Stunden

    • Sport: 80 Stunden

    Berufsübergreifender Lernbereich insgesamt: 400 Stunden

  • 2. Fachtheoretischer Unterricht:

    • Anatomie/Physiologie: 160 Stunden

    • Dermatologie: 160 Stunden

    • Theorie der Kosmetik: 160 Stunden

    • Psychologie: 40 Stunden

    • Apparatekunde: 80 Stunden

    • Präparatekunde: 120 Stunden

    • Verkaufskunde: 80 Stunden

    • Wirtschaftslehre: 160 Stunden

    • Fachrechnen: 80 Stunden

    • Datenverarbeitung: 80 Stunden

    Fachtheorie insgesamt: 1.120 Stunden

  • 3. Fachpraktischer Unterricht:

    • Kosmetische Grundausbildung: 200 Stunden

    • Körperbehandlung und Massagen: 200 Stunden

    • Handpflege: 80 Stunden

    • Fußpflege: 160 Stunden

    • Dekorative Kosmetik: 120 Stunden

    • Apparative Kosmetik: 80 Stunden

    • Kosmetische Gymnastik: 40 Stunden

    Fachpraktischer Unterricht insgesamt: 880 Stunden

  • 4. Fachpraktische Ausbildung:

    • Kosmetik: 640 Stunden

Gesamtstundenzahl

3.040 Stunden

Lernorte

Kosmetiker/innen werden in schulischer Form ausgebildet.

Lernorte sind

  • Berufsfachschule bzw. Berufskolleg: Unterrichtsräume (Unterricht im Klassenverband), schuleigene Behandlungsräume

  • Praktikumsbetriebe: Behandlungsräume von kosmetischen Einrichtungen

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

In der Regel ist entweder ein Hauptschulabschluss oder ein mittlerer Bildungsabschluss erforderlich.

Weitere Voraussetzungen können je nach Bundesland und Bildungsangebot vorliegen.

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

  • Biologie: z.B. um die richtigen Behandlungsmethoden für Haut, Hände, Füße oder Nägel auszuwählen

  • Chemie: z.B. um die Wirkungsweisen und Zusammensetzungen von Kosmetikpräparaten zu kennen

  • Deutsch: z.B. für gute mündliche Ausdrucksfähigkeit

  • Kunst: z.B. Sinn und Gespür für Ästhetik

Ausbildungsvergütung

Für die Ausbildung wird keine Vergütung gezahlt.

Perspektiven nach der Ausbildung

Mit Zusatzqualifikationen Chancen verbessern

Ihre Chancen können angehende Kosmetiker/innen bereits während der Ausbildung verbessern, indem sie Zusatzqualifikationen erwerben, z.B. die Fachhochschulreife als Basis für ein späteres Studium.

Die passende Beschäftigung finden

Nach ihrer Ausbildung arbeiten Kosmetiker/innen z.B. in Kosmetikstudios und Wellnesshotels.

Die Beschäftigungsfähigkeit sichern

Durch Anpassungsweiterbildung kann man seine Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Kosmetik bis hin zu Nageldesign.

Beruflich weiterkommen

Eine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Naheliegend ist es, die Prüfung als Kosmetikermeister/in abzulegen.

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Maskenbild erwerben.

Sich selbstständig machen

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einem eigenen Kosmetikstudio.