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Kunsttherapeut/in (Ausbildung)

Unterschiedlich, je nach Bildungsangebot und Lernform Bildungseinrichtung und ggf. Praktikumsbetrieb

Was macht man in diesem Beruf?

Kunsttherapeuten und -therapeutinnen benutzen Medien und Methoden kreativen Gestaltens, um Menschen bei der Bewältigung ihrer persönlichen Probleme zu helfen. Sie unterstützen etwa Gesundungsprozesse, z.B. bei Senioren, bei körperlich oder seelisch kranken Jugendlichen sowie bei Menschen jeden Alters mit Behinderungen, aber auch Resozialisierungsprozesse bei Straffälligen. Vor Beginn der therapeutischen Maßnahmen informieren sie sich über die gesundheitliche Vorgeschichte der Patienten, führen Gespräche mit diesen und erheben therapeutische Befunde. Auf dieser Basis erarbeiten sie einen kunsttherapeutischen Behandlungsplan und setzen diesen um. Beispielsweise leiten sie ihre Patienten zu Malübungen, zur Gestaltung von Plastiken oder Fotografie, zum Töpfern, zu Tanz, Musik oder Theaterspiel an und motivieren sie dazu, Wahrnehmungen und Empfindungen bei der künstlerisch-kreativen Tätigkeit intensiv zu reflektieren. Außerdem erledigen sie Verwaltungsaufgaben und dokumentieren die Therapiestunden, -verläufe und -ergebnisse. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Kunsttherapeuten und -therapeutinnen finden Beschäftigung z.B. in Kliniken für Psychosomatik oder Psychiatrie, in Kinder- oder Rehabilitationskliniken in Praxen für Kunsttherapie in Wohnheimen und Betreuungseinrichtungen in Förderschulen im Strafvollzug, z.B. in der Resozialisierung von Straffälligen Arbeitsorte: Kunsttherapeuten und -therapeutinnen arbeiten in erster Linie in Behandlungsräumen in Werkstätten und Atelie

Die Ausbildung im Überblick

Kunsttherapeut/in ist eine Aus- bzw. Weiterbildung, die durch interne Vorschriften der Lehrgangsträger geregelt ist..

Je nach Lehrgangsträger können z.B. Zugangsvoraussetzungen, Dauer der Aus- bzw. Weiterbildung und Abschlussbezeichnungen unterschiedlich sein.

Daneben besteht die Möglichkeit, Kunsttherapie an Hochschulen zu studieren.

Ausbildungsinhalte

Während der theoretischen Aus- bzw. Weiterbildung erwirbt man beispielsweise folgende Kenntnisse:
  • Grundlagen der Kunsttherapie

  • Lehre der Elemente

  • Praxis der Kunsttherapie und Kunstpädagogik (z.B. Materialkunde, Farbenlehre)

  • Angewandte Methodik und Settings in der Kunsttherapie-Ausbildung

  • Therapieplanung (z.B. Diagnostik, Falldarstellung, Dokumentation, Indikation)

  • Therapeutische Techniken: Materialkunde und Übungen in der Malerei

  • Kommunikation und Gesprächsführung

  • Psychopathologie

  • Klinische Pathologie

Die eigene künstlerische Praxis spielt in der Aus- bzw. Weiterbildung eine wichtige Rolle. Gegebenenfalls ist auch eine künstlerische Abschlussarbeit zu realisieren.

Praktikum

Ist ein Praktikum in die Aus- bzw. Weiterbildung integriert oder schließt sich eine Praxisphase an, arbeiten die angehenden Kunsttherapeuten und -therapeutinnen z.B. in Kliniken für Allgemeine Psychiatrie, Psychosomatische oder Allgemeine Klinische Medizin.

Lernorte

Kunsttherapeuten und -therapeutinnen werden in schulischer Form ausgebildet.

Lernorte sind

  • bei Präsenzveranstaltungen: Unterrichtsräume an der Bildungseinrichtung

  • bei kombinierten Lernformen (z.B. Blended Learning): Unterrichtsräume bei Präsenzveranstaltungen, zu Hause bei Online-Lerneinheiten

  • ggf. im Praktikum: z.B. Kliniken für Allgemeine Psychiatrie, Psychosomatische oder Allgemeine Klinische Medizin

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Die Bildungseinrichtungen legen eigene Zugangskriterien fest. Zum Teil wird eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. ein einschlägiges Studium oder Berufserfahrung in einem künstlerischen, therapeutischen oder sozialen Beruf vorausgesetzt.

Darüber hinaus wird für den Zugang z.B. gefordert:

  • Mindestalter

  • Führungszeugnis

  • Nachweis der gesundheitlichen Eignung durch ein ärztliches Attest

  • Ein Nachweis über den Masernschutz ist für die praktische Ausbildung in Gemeinschaftseinrichtungen und medizinischen Einrichtungen nötig. Darüber hinaus können Einrichtungen weitere Schutzimpfungen (z.B. gegen Hepatitis A und B) bzw. entsprechende Immunitätsnachweise verlangen.

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aus- bzw. Weiterbildung:

  • Kunst: z.B. um Patienten/Patientinnen zu künstlerischer Betätigung zu motivieren

  • Deutsch: z.B. um Wahrnehmungen zu besprechen

  • Psychologie: z.B. für Diagnosen und therapeutische Einschätzungen

Auswahlverfahren

Die Bildungsanbieter wählen Bewerber/innen nach eigenen Kriterien aus. Teilweise wird die Vorlage einer Mappe gefordert, ggf. auch die Teilnahme an einem Einführungsseminar.

Ausbildungsvergütung

Für die Aus- bzw. Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt.

Perspektiven nach der Ausbildung

Die passende Beschäftigung finden

Nach ihrer Aus- bzw. Weiterbildung arbeiten Kunsttherapeuten bzw. Kunsttherapeutinnen vor allem in Kliniken für Psychosomatik oder Psychiatrie, in Kinder- oder Rehabilitationskliniken, in Förderschulen oder in Praxen für Kunsttherapie.

Die Beschäftigungsfähigkeit sichern

Durch Anpassungsweiterbildung können Kunsttherapeuten bzw. Kunsttherapeutinnen ihre Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Therapie bis hin zu Gesundheitsförderung.

Beruflich weiterkommen

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Kunsttherapie erwerben.

Sich selbstständig machen

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einer eigenen Praxis. Voraussetzung dafür ist entweder die direkte Zusammenarbeit mit einem Arzt oder einer Ärztin, der Nachweis einer eingeschränkten Heilerlaubnis im Bereich der Psychotherapie, die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung gemäß Heilpraktikergesetz, die ärztliche Approbation, ein Studienabschluss in Psychologie oder die Zulassung als Heilpädagoge bzw. Heilpädagogin.