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Zurück zur Übersicht Schulische Ausbildung

Schriftdolmetscher/in

Unterschiedlich, je nach Bildungsangebot - 7-8 Monate (Teilzeit) Bildungseinrichtung und ggf. Praktikumsbetrieb

Was macht man in diesem Beruf?

Schriftdolmetscher/innen ermöglichen es hörgeschädigten Menschen, z.B. Sitzungen und Verhandlungen mitzuverfolgen. Mit speziellen Eingabegeräten und dem Computer übertragen sie die freie Rede in Texte, die man an Monitoren oder Leinwänden ablesen kann. Sie fertigen beispielsweise Mitschriften in Echtzeit (Realtime) von Konferenzen an, erzeugen Untertitel für Hörgeschädigte in den Medien (z.B. TV, Internet-Stream) und erstellen Protokolle von Versammlungen. Außerdem unterstützen sie Hörgeschädigte in der Kommunikation, beispielsweise beim Arzt oder bei Behördengängen. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Schriftdolmetscher/innen finden Beschäftigung bei Vermittlungsagenturen bei Fernsehsendern Arbeitsorte: Schriftdolmetscher/innen arbeiten in erster Linie in Veranstaltungs-, Konferenz- und Tagungsräumen in Büroräumen Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch im Sendewagen in Räumlichkeiten von Arztpraxen oder Behörden (bei der Begleitung von hörgeschädigten Menschen) im Homeoffice bzw. mobil Welche Vorbildung wird erwartet? Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Bildungseinrichtungen legen eigene Zugangskriterien fest. Zum Teil wird ein mittlerer Bildungsabschluss oder die Hochschulreife vorausgesetzt. Zusätzlich kann eine entsprechende abgeschlossene Berufsausbildung oder Berufserfahrung gefordert werden. Darüber hinaus werden je nach Bildungsangebot z.B. sehr gute Deutschkenntnisse und das Beherrschen des Zehnfingersystems gefordert. Worauf kommt es an?

Die Ausbildung im Überblick

Schriftdolmetscher/in ist eine Aus- bzw. Weiterbildung, die durch Richtlinien von Interessenverbänden oder landesrechtlich geregelt ist.

Je nach Lehrgangsträger können z.B. Zugangsvoraussetzungen, Dauer der Aus- bzw. Weiterbildung und Abschlussbezeichnungen unterschiedlich sein.

Ausbildungsinhalte

Während der theoretischen Aus- bzw. Weiterbildung erwirbt man beispielsweise folgende Kenntnisse:
  • Schriftdolmetschen in der konventionellen Methode und mit Spracherkennung

  • Berufsethik und -geschichte

  • Dolmetschtechniken und Wiedergabestrategien

  • pädagogische und psychologische Aspekte in der Arbeit mit hörgeschädigten Menschen

  • Abrechnung mit Kostenträgern

  • Arbeit mit IT-Dolmetschplattformen und IT-Programmen für die konventionelle Methode

  • Kundenorientierung, Beratung und Qualitätsmanagement

  • Einblick in Leichte Sprache und in Live-Untertitelung in Kombination mit KI

  • Werkzeuge für das Schriftdolmetschen/Live-Untertitelung von Online-Veranstaltungen und gestreamten Events

Der theoretische Unterricht wird durch Kommunikations- und praktisches Einsatztraining ergänzt.

Praktikum

Ist ein Praktikum in die Aus- bzw. Weiterbildung integriert oder schließt sich eine Praxisphase an die theoretische Aus- bzw. Weiterbildung an, arbeiten die angehenden Schriftdolmetscher/innen z.B. in einer Agentur für Simultan- und Stenografiedienstleistungen oder einer Hörgeschädigteneinrichtung mit.

Lernorte

Schriftdolmetscher/innen werden in schulischer Form ausgebildet.

Lernorte sind

  • Unterrichtsräume bei Präsenzveranstaltungen

  • zu Hause bei Online-Lerneinheiten

  • ggf. im Praktikum: z.B. bei einer Agentur für Simultan- und Stenografie-Dienstleistungen oder einer Hörgeschädigteneinrichtung

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Die Bildungseinrichtungen legen eigene Zugangskriterien fest. Zum Teil wird ein mittlerer Bildungsabschluss oder die Hochschulreife vorausgesetzt. Zusätzlich kann eine entsprechende abgeschlossene Berufsausbildung oder Berufserfahrung gefordert werden.

Darüber hinaus wird für den Zugang zur Aus- bzw. Weiterbildung z.B. gefordert:

  • sehr gute Deutschkenntnisse

  • Beherrschung des Zehnfingersystems, bestimmte Anschlagszahl (z.B. 300) pro Minute

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgendem Schulfach sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aus- bzw. Weiterbildung:

  • Deutsch: z.B. um Protokolle fehlerfrei zu erstellen

Ausbildungsvergütung

Für die Aus- bzw. Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt.

Perspektiven nach der Ausbildung

Die passende Beschäftigung finden

Nach ihrer Aus- bzw. Weiterbildung arbeiten Schriftdolmetscher/innen in Vermittlungsagenturen sowie bei Fernsehsendern.

Die Beschäftigungsfähigkeit sichern

Durch Anpassungsweiterbildung können Schriftdolmetscher/innen ihre Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von schriftlicher Kommunikation bis hin zu Gebärdensprache.

Beruflich weiterkommen

Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Gebärdensprachdolmetschen erwerben.

Sich selbstständig machen

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit durch eine freiberufliche Ausübung der Tätigkeit ist möglich.