Schriftdolmetscher/in
Was macht man in diesem Beruf?
Schriftdolmetscher/innen ermöglichen es hörgeschädigten Menschen, z.B. Sitzungen und Verhandlungen mitzuverfolgen. Mit speziellen Eingabegeräten und dem Computer übertragen sie die freie Rede in Texte, die man an Monitoren oder Leinwänden ablesen kann. Sie fertigen beispielsweise Mitschriften in Echtzeit (Realtime) von Konferenzen an, erzeugen Untertitel für Hörgeschädigte in den Medien (z.B. TV, Internet-Stream) und erstellen Protokolle von Versammlungen. Außerdem unterstützen sie Hörgeschädigte in der Kommunikation, beispielsweise beim Arzt oder bei Behördengängen. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Schriftdolmetscher/innen finden Beschäftigung bei Vermittlungsagenturen bei Fernsehsendern Arbeitsorte: Schriftdolmetscher/innen arbeiten in erster Linie in Veranstaltungs-, Konferenz- und Tagungsräumen in Büroräumen Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch im Sendewagen in Räumlichkeiten von Arztpraxen oder Behörden (bei der Begleitung von hörgeschädigten Menschen) im Homeoffice bzw. mobil Welche Vorbildung wird erwartet? Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Bildungseinrichtungen legen eigene Zugangskriterien fest. Zum Teil wird ein mittlerer Bildungsabschluss oder die Hochschulreife vorausgesetzt. Zusätzlich kann eine entsprechende abgeschlossene Berufsausbildung oder Berufserfahrung gefordert werden. Darüber hinaus werden je nach Bildungsangebot z.B. sehr gute Deutschkenntnisse und das Beherrschen des Zehnfingersystems gefordert. Worauf kommt es an?
Die Ausbildung im Überblick
Schriftdolmetscher/in ist eine Aus- bzw. Weiterbildung, die durch Richtlinien von Interessenverbänden oder landesrechtlich geregelt ist.
Je nach Lehrgangsträger können z.B. Zugangsvoraussetzungen, Dauer der Aus- bzw. Weiterbildung und Abschlussbezeichnungen unterschiedlich sein.
Ausbildungsinhalte
Schriftdolmetschen in der konventionellen Methode und mit Spracherkennung
Berufsethik und -geschichte
Dolmetschtechniken und Wiedergabestrategien
pädagogische und psychologische Aspekte in der Arbeit mit hörgeschädigten Menschen
Abrechnung mit Kostenträgern
Arbeit mit IT-Dolmetschplattformen und IT-Programmen für die konventionelle Methode
Kundenorientierung, Beratung und Qualitätsmanagement
Einblick in Leichte Sprache und in Live-Untertitelung in Kombination mit KI
Werkzeuge für das Schriftdolmetschen/Live-Untertitelung von Online-Veranstaltungen und gestreamten Events
Der theoretische Unterricht wird durch Kommunikations- und praktisches Einsatztraining ergänzt.
PraktikumIst ein Praktikum in die Aus- bzw. Weiterbildung integriert oder schließt sich eine Praxisphase an die theoretische Aus- bzw. Weiterbildung an, arbeiten die angehenden Schriftdolmetscher/innen z.B. in einer Agentur für Simultan- und Stenografiedienstleistungen oder einer Hörgeschädigteneinrichtung mit.
Lernorte
Schriftdolmetscher/innen werden in schulischer Form ausgebildet.
Lernorte sind
Unterrichtsräume bei Präsenzveranstaltungen
zu Hause bei Online-Lerneinheiten
ggf. im Praktikum: z.B. bei einer Agentur für Simultan- und Stenografie-Dienstleistungen oder einer Hörgeschädigteneinrichtung
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Die Bildungseinrichtungen legen eigene Zugangskriterien fest. Zum Teil wird ein mittlerer Bildungsabschluss oder die Hochschulreife vorausgesetzt. Zusätzlich kann eine entsprechende abgeschlossene Berufsausbildung oder Berufserfahrung gefordert werden.
Darüber hinaus wird für den Zugang zur Aus- bzw. Weiterbildung z.B. gefordert:
sehr gute Deutschkenntnisse
Beherrschung des Zehnfingersystems, bestimmte Anschlagszahl (z.B. 300) pro Minute
Wichtige Schulfächer
Vertiefte Kenntnisse in folgendem Schulfach sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aus- bzw. Weiterbildung:
Deutsch: z.B. um Protokolle fehlerfrei zu erstellen
Ausbildungsvergütung
Für die Aus- bzw. Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt.
Perspektiven nach der Ausbildung
Nach ihrer Aus- bzw. Weiterbildung arbeiten Schriftdolmetscher/innen in Vermittlungsagenturen sowie bei Fernsehsendern.
Die Beschäftigungsfähigkeit sichernDurch Anpassungsweiterbildung können Schriftdolmetscher/innen ihre Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von schriftlicher Kommunikation bis hin zu Gebärdensprache.
Beruflich weiterkommenMit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Gebärdensprachdolmetschen erwerben.
Sich selbstständig machenAuch der Schritt in die Selbstständigkeit durch eine freiberufliche Ausübung der Tätigkeit ist möglich.