Tai-Chi-Chuan- und Qigong-Lehrer/in
Was macht man in diesem Beruf?
Tai-Chi-Chuan- und Qigong-Lehrer/innen unterrichten traditionelle, altchinesische Bewegungsübungen, die die Gesundheit und Entspannung fördern. Sie geben Hilfestellung, eine Reihe verschiedener Figuren aus langsamen, gleichmäßigen und ineinander übergehenden Bewegungsabläufen zu formen, die nach der fernöstlichen Lehre Blockaden im Energiefluss des Körpers lösen. Außerdem erläutern sie die den Übungen zugrunde liegenden philosophisch-medizinischen Theorien. Sie bereiten den Unterricht vor, organisieren die Kurse und Seminare und erledigen ggf. auch die damit verbundene Verwaltungsarbeit. Wo arbeitet man? Beschäftigungsbetriebe: Tai-Chi-Chuan- und Qigong-Lehrer/innen finden Beschäftigung in Sportvereinen, Wellness- und Fitnesszentren in Sport- und Wellnesshotels in Kurkliniken an Volkshochschulen Arbeitsorte: Tai-Chi-Chuan- und Qigong-Lehrer/innen arbeiten in erster Linie in Gymnastikräumen und Sporthallen Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch im Freien in Büroräumen Welche Vorbildung wird erwartet? Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Für den Zugang zur Aus- bzw. Weiterbildung werden je nach Bildungseinrichtung z.B. theoretische und praktische Kenntnisse in Tai-Chi-Chuan und Qigong sowie ein Erste-Hilfe-Nachweis gefordert. Worauf kommt es an? Anforderungen: Gute körperliche Konstitution (z.B. beim Vorführen der Übungen und Bewegungen) Pädagogische Fähigkeiten und mündliches Ausdrucksvermögen (z.B. beim Anleiten und Motivieren der Schüler/innen) Beobachtung
Die Ausbildung im Überblick
Tai-Chi-Chuan- und Qigong-Lehrer/in ist eine Aus- bzw. Weiterbildung, die durch interne Vorschriften der Lehrgangsträger geregelt ist.
Je nach Lehrgangsträger können z.B. Zugangsvoraussetzungen, Dauer der Aus- bzw. Weiterbildung und Abschlussbezeichnungen unterschiedlich sein.
Ausbildungsinhalte
Allgemeine Übungspraxis (Praxis mit Theorie), z.B. Aufwärmübungen, Atmung und Qi, Kernformen der jeweiligen Tradition
Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention, z.B. Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Medizinisches Grundlagenwissen, z.B. in Anatomie und Physiologie
Pädagogik, Unterrichtsgestaltung und Psychologie, z.B. Rollenbewusstsein und Organisation
Philosophie und Geschichte, z.B. Ursprung und kultureller Hintergrund von Tai-Chi-Chuan und Qigong
In den praktischen Ausbildungsabschnitten lernt man die theoretischen Übungen selbst umzusetzen und zu vermitteln.
PraktikumIst ein Praktikum in die Aus- bzw. Weiterbildung integriert oder schließt sich eine Praxisphase an die theoretische Aus- bzw. Weiterbildung an, arbeiten die angehenden Tai-Chi-Chuan- und Qigong-Lehrer/innen z.B. in Sport-, Wellness- oder Fitnesszentren mit.
Ausbildungsaufbau
Die Lehrgänge sind unterschiedlich strukturiert und von unterschiedlicher Dauer. Beispielsweise bestehen sie aus Lernbereichen oder Modulen, die aufeinander aufbauen.
Beispiel für ein UnterrichtsprogrammAllgemeine Übungspraxis (Praxis mit Theorie): 180 Stunden
Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention: 30 Stunden
Philosophie und Geschichte: 30 Stunden
240 Stunden
Lernorte
Tai-Chi-Chuan- und Qigong-Lehrer/innen werden in schulischer Form ausgebildet.
Lernorte sind
bei Präsenzveranstaltungen: Unterrichtsräume an der Bildungseinrichtung einschließlich Gymnastikräume
bei kombinierten Lernformen (z.B. Blended Learning): Unterrichtsräume bei Präsenzveranstaltungen, zu Hause bei Online-Lerneinheiten
im Praktikum: z.B. Wellness- oder Fitnesszentren, Sportvereine und -studios oder Volkshochschulen
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.
Für den Zugang zur Aus- bzw. Weiterbildung wird je nach Bildungseinrichtung z.B. gefordert:
Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses
theoretische und praktische Kenntnisse in Tai-Chi-Chuan und Qigong
Wichtige Schulfächer
Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:
Sport: z.B. um Bewegungsabläufe einzuüben
Deutsch: z.B. um Gruppen anzuleiten ist ein gutes Ausdrucksvermögen wichtig
Biologie: z.B. um die Wirkungsweisen von Tai-Chi-Chuan und Qigong verstehen und erklären zu können
Pädagogik/Psychologie: z.B. um Unterrichtseinheiten planen sowie Kenntnisse zielgruppengerecht zu vermitteln
Ausbildungsvergütung
Für die Aus- bzw. Weiterbildung wird keine Vergütung gezahlt.
Perspektiven nach der Ausbildung
Nach ihrer Aus- bzw. Weiterbildung arbeiten Tai-Chi-Chuan- und Qigong-Lehrer und -Lehrerinnen in Sportvereinen und -schulen und in Fitnesszentren sowie in Hotels, Kurkliniken oder an Volkshochschulen.
Die Beschäftigungsfähigkeit sichernDurch Anpassungsweiterbildung können Tai-Chi-Chuan- und Qigong-Lehrer und -Lehrerinnen ihre Fachkenntnisse aktuell halten oder auf den neuesten Stand bringen. Das Themenspektrum reicht dabei von Sportfachfortbildungen bis hin zu Gesundheitsförderung.
Beruflich weiterkommenMit einer Hochschulzugangsberechtigung kann man auch studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Studienfach Gesundheitssport erwerben.
Sich selbstständig machenAuch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einem eigenen Gesundheitsstudio.